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Des Mederlein Schusters Haus

Der Freundeskreis Barockstadt Ellingen schreibt im Heft 7 seiner Schriftenreihe mit dem Titel "Ellinger Hausbesitzer zwischen 1536 und 1820" (1998) von Siglinde Buchner - basierend auf dem Salbuch der Deutschordenskommende Ellingen - folgendes über "des Mederlein Schusters Haus":

1536 Conz Schnitzer als Hausbesitzer

1632 im 30jährigen Krieg wurde Ellingen samt Schloss und Kirche von schwedischen Truppen niedergebrannt

1685 erhielt der Hofwagner Georg Wilhelm Deckert die Brandstätte "gnedig von der Herrschaft (DO) geschenkt" und baute darauf das Haus. Als Eigentümer folgten:

1729 Schloss Conventor Hanß G. Mayer       

1750 Josef Enderlein

1786 Franz Xaver Enderlein                         

1802 Willibald Beesel                                  

1808 Wenzel Richter                                    

1820 Christof Jäger (pensionierter Förster des Nagelschmidthauses)

1892 H. Mederlein (Schuster)

1939 Max Westinger

2001 Stadt Ellingen

2002 Steffi Neumann

1997

2003

Als am 01. Mai 1939 während der ersten Maiandacht die Scheunen von Hans Weigl, Josef Westinger und Max Westiger niederbrannten, ist auch die Scheune der Familie Mederlein abgebrannt. Herr Mederlein war bereits verstorben und die Witwe verkaufte das Anwesen an den Nachbarn Westinger. 1944 zog Frau Mederlein in das Ellinger Spital.

Im unteren Bereich des Hauses war von 1936 bis 1950 die Ellinger Milchsammelstelle eingerichtet. Die Milch wurde an Ort und Stelle mittels einer Zentrifuge entrahmt, und die entrahmte Milch konnte von der Ellinger Bevölkerung erworben werden. Der Rahm wurde   in   der    Molkereigenossenschaft  Trommetsheim   weiterverarbeitet.   Die Warteschlange vor dem Milchverkauf war eine gute Informationsquelle, "in der Milch" erfuhr  man   stets die  interessantesten   Neuigkeiten.

Ab 1950  befand   sich  die Milchsammelstelle    im  Anwesen Weißenburger   Straße 18. In den alten Molkereiräumen    hat   sich   die Metallstrickerei der Familie Rudat   (einer Flüchtlingsfamilie aus Ostpreußen) niedergelassen. Das Obergeschoss des Hauses diente während der gesamten Zeit als Wohnraum.

2005

Nachdem Frau Mederlein 1944 in das Ellinger Spital gezogen war, wurde die Familie Georg Mayer, die in Nürnberg ausgebombt worden war, nach Ellingen evakuiert und vom Ortsgruppenleiter  Engelhardt  und dem  Bürgermeister in das  leerstehende Obergeschoss des Mederleinhauses eingewiesen.

1947 wurde das Haus renoviert und neu verputzt. Nach dem Tod von Georg Mayer um 1965 verstarb einige Jahre später auch seine Frau und die Tochter zog nach Weißenburg.

Das Haus stand einige Jahre leer, wurde vorübergehend von Max Westinger bewohnt und ist seit einer Reihe von Jahren unbewohnt und dem Verfall preisgegeben.

Die Stadt Ellingen hat das Haus mit einem großen Teil des Hofraumes 2001 erworben und im September

2002 an Steffi Neumann, der Tochter des Eigentümers des Stofenheimer Schlosses, verkauft. Das alte Haus wird seither liebevoll von Grund auf renoviert und beginnt in neuem Glanz zu erstrahlen.

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